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50 Jahre Vereinsjubiläum

Artikel aus der PNP vom 12.01.2013:

SV Zenting begeht das 50-jährige Gründungsfest

Gelungener Auftakt des Jubiläumsjahres − Verein ist stolz auf seine Leistungen − neues Wappen vorgestellt

Zenting. Auf den Tag genau am 6. Januar traf man sich wie vor 50 Jahren an der gleichen Wirkungsstätte, dem damaligen Gessl-Wirt und heutigen Gasthaus und Vereinslokal "Alter Wirt" in Zenting, um an den Gründungstag des Sportvereins Zenting zu erinnern. Die Sportler in ihren traditionell roten Vereinsblousons, die Funktionäre in weißen Hemden, den dunkelblauen Jacketts mit den einheitlichen Vereinskrawatten, stolz die Vereinsfahne mitgeführt, allen voran die Zentinger Blaskapelle und begleitet von vielen Gemeinderatsmitgliedern, Ehrengästen und noch mehr Freunden des Vereins, so zog man aus der Dorfmitte zur St. Jakobus-Kirche, um mit einem Festgottesdienst an den Gründungstag zu erinnern und der verstorbenen Vereinsmitglieder zu gedenken.

Der Gottesdienst, zelebriert von Pater Binoy und Pfarrer Manfred Wurm wurde umrahmt vom Zentinger Kirchenchor unter der Leitung von Dr. Stephanus Vollath mit Franz-Xaver Oswald an der Orgel. Ein schönes Bild gaben auch die vielen Ministranten ab, denn die meisten ministrierten nicht in ihren Alben, sondern als auch Vereinsmitglieder in ihrer Vereinskluft.

Nach dem Gottesdienst ging es zurück ins Vereinslokal, wo sich der mit großem Einfallsreichtum festlich geschmückte Saal schnell bis auf den letzten Platz füllte. Von der Saaldecke hingen an 200 Schrauben befestigt Vereinsutensilien wie Trikots, Fußbälle, Tennisschläger und -bälle, die Tischreihen waren geschmackvoll eingedeckt in den Vereinsfarben Rot und Weiß.

Mit einem herzlichen "Grüß Gott" begrüßte 1. Vorstand Felix Graf die Geistlichkeit, den 1. Bürgermeister der Gemeinde Zenting, Leopold Ritzinger, die zahlreichen Gemeinderäte, den ehemaligen Bürgermeister Peter Ritzinger, die Mitglieder des Sportvereins und alle sonstig geladenen Gäste. Er erinnerte, dass, "exakt um diese Uhrzeit vor genau 50 Jahren" sich 15 Männer hier zusammengefunden haben, um den Sportverein Zenting zu gründen. Deswegen sei es ihm eine besondere Ehre, mit Michael Baumann, Karl Feichtinger, Josef Neubauer, Helmut Pfeffer und Hans Reitberger fünf "Männer der ersten Stunde" als Ehrengäste begrüßen zu können. Den leider erkrankten Gründungsmitgliedern Fritz Enzesberger und Josef Roll wünschte er gute Besserung, um dann die Frage zu stellen, was wohl der Grundgedanke der Gründerväter war. Er verwies auf die Situation des Jahres 1963. "Viele junge Leute waren abgewandert, um in der Ferne, in den Ballungszentren, Arbeit zu finden, etwas Neues zu erleben, der Öde des Dorfes zu entfliehen", gab Graf zu bedenken. "Um dem entgegenzuwirken, das zu verhindern bzw. rückgängig zu machen, gemeinsam im sportlichen und gesellschaftlichen Bereich unsere Heimat attraktiv zu gestalten - das war das Ziel der Vereinsgründung."

Gebeten um ein Grußwort gratulierte 1. Bürgermeister Ritzinger dem Verein "zum einen für die gute und stete Entwicklung und die geschaffenen Sportanlagen, zum anderen aber auch für das, was in der Jugendarbeit und in sinnvoller Freizeitgestaltung geboten wird. Zwar werde immer noch wie am Anfang der Vereinsgeschichte Fußball gespielt, aber durch die Gründung der Sparten Tennis, Asphaltschießen und der Herzsportgruppe leiste der Verein auch einen gehörigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge. So habe die Vereinsgründung vor 50 Jahren heute mehr denn je Bedeutung und beschert unserem heutigen Jubelverein seine gesellschaftliche Notwendigkeit." Als "Geburtstagsgeschenk" hatte Ritzinger etwas ganz Besonderes parat. Durch Zufall stieß er vor etwa drei Monaten auf ein altes Vereinstaferl des SV Zenting, das damals bei Festanlässen vom "Taferlbuam" getragen wurde. "Dieses ‚historische Relikt‘ möchte er heute an den Verein zurückgeben", so der Bürgermeister und ein sichtlich gerührter Felix Graf nahm das Geschenk entgegen.

In tage-, wenn nicht wochenlanger Kleinarbeit hatte 2. Vorstand Franz Pfeffer Akten und Bildmaterial gesichtet und ausgewertet, um nunmehr den Festgästen in einer aufwendig und liebevoll gestalteten Powerpoint-Präsentation die Entstehung und Entwicklung des SV Zenting aufzeigen zu können. Sein großer Vorteil dabei sei gewesen, "fast immer selbst dabei gewesen zu sein", so Pfeffer.

Und jetzt konnten die Besucher noch einmal sich bildhaft an die 15 Gründerväter erinnern, staunten, wie damals das Dorf ausgesehen hat, bekamen verdeutlicht, wie der erste Fußballplatz an der Ranfelser Straße entstand, mussten schmunzeln, dass anderswo Kanalrohre ausgebuddelt, sie dann am Sportplatz wieder eingegraben wurden, um diesen zu entwässern. Dabei waren Geldmittel nicht vorhanden, jede Ausgabe musste aus Spendengeldern finanziert werden, Baumaterialien und Baustoffe mussten erbettelt, jeder Handgriff durch Eigenleistung erbracht werden, wobei Arbeitskräfte nur an Wochenenden zur Verfügung standen.

Fotos der damaligen Mannschaften boten reichlich Gesprächsstoff, die Namen der Spieler lösten manches Aha-Erlebnis aus und es gab auch reichlich Gelächter, als z. B. der vortragende Franz Pfeffer als drahtiger, gertenschlanker, mit schulterlangen Haaren versehener Spieler der ersten Meistermannschaft auf der Leinwand erschien.

Bald entsprach der Platz in der Dorfmitte nicht mehr den Anforderungen, ein neuer Platz wurde gebaut an seinem heutigen Standort, allerdings unter wesentlich erschwerten Bedingungen, denn es mussten Richtlinien des Sportplatzbaus eingehalten werden. Eine Flutlichtanlage wurde installiert, ein Sportheim mit Besprechungsraum und zeitgerechten Duschen bildeten den krönenden Abschluss. Durch den Unfalltod des 1. Vorstandes Konrad Feichtinger mitten in der Bauphase musste Felix Graf das Kommando im Verein übernehmen.

Durch die Tatsache, dass immer mehr Jugendliche sich für den Fußballsport begeisterten und der Platz von Frühjahr bis Herbst ausgebucht war, hielt der Rasen der Belastung nicht stand - ein Ausweichplatz musste her. Er entstand am westlichen Ortsrand, was eigentlich nicht den Vorstellungen entsprach, denn der Verein wollte immer ein zusammenhängendes Sportgelände. Jahrelang wurde er zum Training genutzt, in der Saison 80/81 mietete ihn sogar der neugegründete SV Saldenburg für den Trainings- und Spielbetrieb. 1987, die Anlage war in die Jahre gekommen, wendet sich der Verein an die Gemeinde mit der Bitte um den Bau einer Turnhalle. Die Gemeinde erkennt den Bedarf an, bietet ein Grundstück neben der damaligen Schule als Standort an. Allerdings konnte die Gemeinde das Projekt nicht stemmen, man brauchte Partner und Hilfe von außen. Im Dezember 1986 gelingt der Durchbruch: Heinrich Schmidhuber sagt dem Verein und der Gemeinde seine Unterstützung zu, schwierige Grundstücksverhandlungen beginnen.

Das Konzept am Schulhaus wurde verworfen, es entstanden die Pläne für die Anlage, wie sie heute existiert mit dem schon bestehenden Fußballplatz, einem neuen Bolzplatz, einem Spielplatz für die Kinder und den Kindergarten, Asphaltbahnen für die Stockschützen den drei Tennisplätzen und natürlich der Mehrzweckhalle.

Und nun geschieht das Einmalige: Dieses Konzept wird dem Gemeinderat vorgelegt mit der Zusage, dass der Verein der Gemeinde das Grundstück für den Bau der Halle schenkt. Sicher ein einmaliger Vorgang! Nach Baubeschluss musste auch der Verein völlig umstrukturiert werden durch die Gründung einer Sparte Eis- und Asphaltschießen und der Tennis-Sparte. Neben den Bautätigkeiten in den Jahren 1988 bis 91 entstehen so nebenbei auch in Eigenleistung die Spielgeräte für den Kinderspielplatz, der, weil nicht bezuschussbar, den Verein knapp 48 000 DM kostet.

Natürlich kommen in Franz Pfeffers Präsentation auch die sportlichen Aspekte des Vereins und seine Erfolge und Misserfolge zur Sprache, seine Siege, Meisterschaften und Abstiege der einzelnen Sparten. Auch eine erfolgreiche Frauenfußballmannschaft nenne der Verein sein Eigen und eine Spartenerweiterung erfolgt mit der Gründung der Sportherzgruppe. Nachdem Franz Pfeffer noch etliche Bilder aus Gegenwart und näherer Vereinsvergangenheit präsentierte, griff er nochmals seine Anfangsfrage auf, ob der SV Zenting ein Dorfverein sein oder nicht. Einerseits beantwortete er die Frage mit Nein, weil Leistungen erbracht wurden, die weit über denen liegen, die Vereine vergleichbarer Größe erreichen, weil es keinen Dorfverein gibt, dem Anlagen in dieser Größenordnung gehören und weil es keinen Dorfverein gibt, der für die Gemeinde Kinderspielplätze baut.

Andererseits aber mit Ja aus genau den gleichen genannten Gründen und weil er durch sein Angebot dazu beiträgt, den Ort für Familien attraktiv zu machen, weil er durch ständige Präsenz in Presse und Internet zu einem hohen Bekanntheitsgrad beiträgt, weil er durch Veranstaltungen mit überregionalem Charakter Geld in die Gemeinde bringt und weil er durch das Angebot von Trainingslagern die Übernachtungszahlen steigert. Er sei ein Dorfverein, weil er für das Dorf ein Gewinn sei.

Bevor der gemütliche Teil beginnen konnte, hatte allerdings Vorstand Felix Graf noch zwei Überraschungen parat. Die Vorstandschaft war nach 50 Jahren Vereinsgeschichte zu der Meinung gekommen, dass auch das Vereinswappen etwas in die Jahre gekommen sei und durch ein moderner gestaltetes und damit zeitgemäßes Wappen ersetzt werden sollte. Nach dessen feierlicher Enthüllung wurden auch noch die Präsentationstafeln mit Bildmaterial aus 50 Jahren Vereinsgeschichte vom Sichtschutz befreit und von den Anwesenden in Augenschein genommen. Sie werden als "Zeitreise durch das Vereinsleben" den SV Zenting auch durch verschiedenste kommende Veranstaltungen des Jubiläumsjahres begleiten. Der Auftakt dazu war auf jeden Fall schon mehr als gelungen. − mr